Notodden kommune: Städte / Orte
 

  • Tinnoset - Gransherad   PLZ: N- 3691

    Anfahrt: Rv 37

    Das Örtchen Tinnoset, das verwaltungsmäßig zu Gransherad gehört, liegt zu beiden Seiten des Tinnselva am Südufer des Sees Tinnsjø bzw. Tinnsjå. Umgeben ist der Ort von einer herrlichen Natur, die beides bietet - Wasser und Berge. Östlich des Ortes liegen die bewaldeten Berge Tjørnenattan ( 664 m ) und nördlich davon das gleichhohe Skitnebufjellet. Im Nordwesten erhebt sich das 1.038 m hohe Venåsfjellet, von dessem Plateau man einen herrlichen Blick über den Tinnsjæ und den Tinnselva hat. Dieser Fluss ist auch für Angler interessant. Besonders die Strecke zwischen Tinnoset und Gransherad ist für seine großen Forellen bei Sportfischern bekannt.
    Markantestes Bauwerk des Ortes ist der Tinnosdammen, der im Jahre 1907 erbaut wurde, aber im Laufe der Zeit öfters restauriert und erweitert wurde. In den nächsten Jahren ist der Bau eines neuen Dammes etwa 2 km südlich geplant. Wie der neue Damm den schönen Flusslauf verändern wird, ist noch nicht abzuschätzen.

    Auffallend am Ort ist der mehrgleisige Verladebahnhof, der aber heutzutage still und verlassen daliegt. Seine Geschichte ist stark mit der Nutzung des Sees als Wasserstraße verknüpft.

    Bei den größten Seen des Landes nimmt der Tinnsjø mit einer Fläche von 51 qkm den 18. Rang ein. Was ihn aber noch einmaliger macht ist seine Tiefe. Mit 460 m Wassertiefe ist er Europas dritttiefster See, 269 m davon liegen tiefer als der Meeresspiegel. Was lag also näher, als diesen See als Wasserstraße zu nutzen.

    Historisches:

    Im Jahre 1864 wurde das erste Schiff - die M/S Rjukan - in Auftrag gegeben. Die Einzelteile des in Kristiania ( Oslo ) gebauten Dampfbootes wurden die letzten Kilometer mittels Pferdefuhrwerken nach Tinnoset geschafft, dort wieder zusammengebaut und auf See gesetzt. Am 25. Juli 1864 fand die Jungfernfahrt statt, für die Region ein wichtiges Ereignis. Das neue, offene Boot war nicht gerade luxuriös, aber es hatte am Achterdeck ein Sonnensegel, das vor Regen und Sonne schützte.
    Das Schiff befuhr montags, dienstags und freitags die Route
    Sandveien > Todestrand > Vestfjorden > Rudsgred > Galten > Tinnoset
    und wieder zurück.

    Auch die Post nach Rjukan wurde gegen eine Gebühr über den See geschippert. Im Jahre 1880 wurde das Schiff umgebaut und dadurch die Kapazität vergrößert. Es konnte jetzt 76 Passagiere befördern. Bedingt durch den schon 1861 eröffneten Telemarkskanalen kamen immer mehr Touristen ins norwegische Hinterland. So stieß die M/S Rjukan an die Grenzen iher Kapazität und man gab 1885 ein größeres Schiff in Auftrag. Eine Schiffswerft aus Kristiansand bekam den Auftrag für den Bau des Schiffes Gausta und ein Jahr später lieferten sie es zum Preis von 32.000 Kronen.. Dieses Schiff besaß schon Aufenthaltsräume 1. und 2. Klasse. Während die 1. Klasse mit Plüschsesseln ausgestattet war, gab es in der 2. Klasse, die nahe dem Frachtraum lag, nur Holzbänke.

    Die jezt überflüssige MS Rjukan verschaffte sich noch einen dramatischen Auftritt. Eines Tages im Jahr 1887 kam das Boot hier in Tinnoset dem Tinnfossen zu nahe und wurde mit der Strömung über den Wasserfall gezogen. Ein Mann konnte sich mit dem Beiboot retten, ein anderer kam um, als er in den Fluss sprang. Das ziemlich lädierte Schiff wurde flussabwärts geborgen, umfassend restauriert und dann verkauft. Als Holzschlepper tat es noch bis zum Ende der 50er Jahre des 20. Jahrhundert seinen Dienst auf dem Tinnsjø.

    Nun übernahm die schnellere Gausta die Route auf dem See. Schon damals galten aufgrund des Tourismus in der Haupt- und Nebensaison verschiedene Fahrzeiten. Gesellschaften konnten für 36 Kronen auch das Boot für eine Extratour mieten.

    Gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahm der Tourismus stark zu. Olsen, ein reicher Bauherr aus Oslo, dem die Hotels in Tinnoset und Fagerstrand gehörten, stand vermutlich hinter dem Projekt, ein weiteres Dampfboot auf dem See einzusetzen. 1894 ging das kleine Touristenboot D/S Finn in See und verkehrte zweimal täglich zwischen den beiden Hotel-Orten. Doch eigentlich war der Bedarf für zwei Boote nicht vorhanden. Alle Angebote einer Zusammenarbeit mit der bestehenden Gesellschaft wurden vom Besitzer der D/S Finn zurückgewiesen.

    Dann kam der verhängnisvolle 06. August 1898. Es war ein scheußliches Wetter über dem Tinnsjø. Der starke Wind, der sich zwischen den Bergen fing, wühlte den See auf und trieb hohe Wellen vor sich her. Da die Finn für starken Seegang nicht ausgelegt war, kam es wie es kommen musste. Der schwere Bug senkte sich tief in eine große Welle und auf dem Weg nach oben erlitt das Boot Schiffbruch. Der einzige Passagier an Bord konnte sich retten, aber der Kapitän ging mit dem Schiff unter. Das Unglück passierte vor Rudsgrend, wo das Schiff jetzt in einer Tiefe von 430 m ruht. Nach diesem Unglück verkehrte nur noch die Gausta auf dem Tinnsjø.

    wird fortgesetzt

 

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