Gerfalke
Falco rusticolus
Familie:
Falken
regelmäßig über das ganze Jahr
Merkmale
Länge 52 bis 63 cm. Das Gewicht des Männchens kann zwischen 900 bis 1500 g liegen, das des Weibchens zwischen 1400 bis 2100 Gramm. Spannweite bis 140 cm! Jungvögel bräunlich, Altvögel grau in verschiedenen Abstufungen bis zum fast reinen Weiß mit schwarzen Tupfen. Backenstreif schwach oder fehlend.

Lebensraum
Felsige Meeresküsten, gern in der Nähe von Vogelfelsen, aber auch in gut besetzten Schneehuhn-Biotopen.

Fortpflanzung
An Meeresküsten oder in den Flusstälern der Tundra brüten sie stets an Felsen, in Nischen unter Vorsprüngen, wobei sie oft alte Horste von Rauhfussbussarden oder Kolkraben besetzen; in der Waldtundra horsten sie jedoch auf Bäumen, ebenfalls in alten Nestern anderer Vögel. In ihrer Fortpflanzung sind sie stark von den in regelmäßiger Folge wiederkehrenden Bestandsschwankungen ihrer Hauptbeutetiere, der Schneehühner und Lemminge, abhängig und brüten nicht in nahrungsknappen Jahren. Brutbeginn April oder Mai, 3 bis 5 Eier, die das Weibchen 28 Tage lang bebrütet. Die Jungen fliegen nach 50 Tagen aus. Im Herbst streichen vor allem die Jungvögel bei Mangel an Beutetieren weit südwärts.

Nahrung
In rasendem Flug, dicht über dem Erdboden dahinjagend, erbeuten die Gerfalken hauptsächlich Schneehühner, daneben alle möglichen anderen Vögel, vor allem Strand- und Seevögel an den Küsten. Außerdem schlagen sie sehr häufig Lemminge, gelegentlich sogar Schneehasen. Dank der Vierlseitigkeit ihrer Jagdweise und Ernährung sid sie imstande, auch in den unwirtlichsten Gegenden auszuhalten.

Allgemeines
Der kraftvolle Gerfalke wird mit Recht schon seit alter Zeit als edelster und wertvollster Beizvogel angesehen. In der mittelalterlichen Diplomatie spielte er als Geschenk eine große Rolle, wobei nicht nur seine hervorragenden jagdlichen Leistungen, sondern auch das schneeweiße Gefieder, das viele der hochnordischen Gerfalken auszeichnet, besondere Begeisterung erweckte.
Die Gerfalken werden um so weißer, je nördlicher sie leben. Die seit jeher legendären Beizvögel sind heute durch Wilderer aufs höchste gefährdet. Geringe Bestände.

©2000-2009 by Otto and Mechtild Reuber
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