Gänsesäger
Mergus merganser
Familie:
Entenvögel
sporadischer Zugvogel
Merkmale
Der große Säger, Länge bis 70 cm, Spannweite über ein Meter. Bei beiden Geschlechtern roter Pinzettenschnabel mit kräftigem Haken an der Spitze. Kopf des Erpels im Prachtkleid schwarz mit starkem Grünschiller. Nackenschopf beim Männchen im Prachtkleid wie "gekämmt", bei Weibchen und Erpel im Schlichtkleid struppig. Im Flug wirkt der Erpel überwiegend weiß, seine Gestalt sehr gestreckt. Im Schlicht- und Weibchenkleid ist der rotbraune Kopf scharf vom grauweißen Körpergefieder abgesetzt. Die Vögel rasten gerne auf dem Ufer und sitzen zur Brutzeit oft auf Bäumen. Sie liegen beim Schwimmen tief im Wasser und halten oft durch Kopfeintunken nach Beute Ausschau.

Lebensraum
Zur Brutzeit auf klaren, fischreichen Flüssen und Seen mit baumbestandenem Ufer. Im Winter auf Staustufen, Seen und teilweise auch in Meeresbuchten. In Mitteleuropa ein geringer Brutbestand im Alpenraum und ein etwas stärkerer Bestand an der Ostseeküste und den küstennahen Seen. Auf der Masurischen Seenplatte sehr häufig.

Fortpflanzung
Ab Februar balzen die Erpel intensiv und nach Entenart mit Ausdrucksbewegungen, etwa Schnabelhochrecken und wildem Zickzackschwimmen. Schon im März sieht man die Weibchen bei der Nistplatzsuche. Sie sind Höhlenbrüter, untersuchen Höhlen aller Art und fliegen dabei recht geschickt durch das Zweigwerk der Gehölze. Sie brüten mit Vorliebe in hohlen Bäumen, und zwar möglichst hoch, daneben in Felshöhlen, Ruinen, Scheunen, auf Speichern, möglichst nahe am Wasser, manchmal auch in der Nähe menschlicher Siedlungen. Da Mangel an geeigneten Höhlen besteht, weichen manche Weibchen auf Höhlen aus, die über 1 km vom Wasser entfernt liegen, auf Fuchsbaue, auf dunkle Winkel unter Baumwurzeln oder unter dichtestem Gebüsch. Die Eizahl ist mit 9 im Mittel recht hoch. Ein Weibchen kann bis zu 16 Eier ausbrüten und erzielt damit den Rekord unter den Entenvögeln. Solche Riesengelege entstehen, wenn zwei Weibchen in ein Nest legen. Es soll auch schon vorgekommen sein, dass ein Sägerweibchen, das seine Brut verloren hatte, eine Ente vom Gelege trieb und die "gestohlenen" Eier ausbrütete. Legebeginn zur Zeit der Schneeschmelze; täglich wird ein Ei dazugelegt. Brutbeginn kurz vor Ablage des letzten Eies, Brutdauer mit etwa 32 Tagen sehr lang. Schon gleich nach dem Schlüpfen können die Jungen mit Schnabel, Krallen und Flügeln gut klettern und mehrere Meter hoch in hohlen Bäumen aufsteigen. Von oben wagen und überstehen sie den Sprung auch aus größerer Höhe, selbst aus senkrechten Felswänden. Man weiß allerdings auch, dass manche Sägermütter ihre jungen auf dem Rücken durch die Luft tragen. Einmal auf dem Wasser angekommen, schwimmt die Familie bald flussabwärts. Dabei legen die Jungen einen Teil der Reise auf dem Rücken der Mutter zurück. Sie schlafen in den ersten zwei Wochen am Ufer unter dem Gefieder der Mutter und suchen anfangs schwimmend, bald aber auch tauchend ihre Nahrung, die zunächst fast nur aus Wasserinsekten besteht.
Manche Familien gelangen, flussabwärts schwimmend, auf einen See; herrscht dort Badebetrieb, so können sich die sonst so scheuen Vögel daran gewöhnen, und bald lässt sich die Kinderschar der Säger von den Badegästen Brot zuwerfen. ( Im Winter mischen sich auf einzelnen Seen bisweilen Säger unter die am Ufer bettelnde Entenschar ). Die Erpel trennen sich noch während der Brutzeit, manchmal schon im April, von ihren Weibchen und mausern im Juni zum Schlichtkleid. Dabei werden sie vorübergehend flugunfähig. Die Weibchen mausern im August, nachdem die Jungen selbständig geworden sind. Im August beginnt auch schon die zweite Mauser, bei der nur das Kleingefieder gewechselt wird.

Nahrung
Hauptsächlich fingerlange Fischchen, selten größere bis hin zu Halbpfündern, im Frühjahr auch Frösche. Im Flachwasser treiben die Säger den Fisch auf der Wasseroberfläche schwimmend und flügelschlagend in eine kleine Bucht, tauchen dann und holen ihn mit ihrem Pinzettenschnabel heraus.

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