Buntspecht
Dendrocopus major
Familie:
Spechtvögel
regelmäßiger Zugvogel
Merkmale
Etwa amselgroß. Stirn hell, Kopfplatte schwarz, Nacken beim Weibchen schwarz, beim Männchen rot. Auf jedem Flügel ein großer weißer Fleck. Sehr leicht zu verwechseln mit dem Blutspecht, der in Südosteuropa neben dem Buntspecht vorkommt. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal: Beim Buntspecht zieht vom schwarzen Backenstreifen ein schwarzer Strich zum Nacken hin, beim Blutspecht nicht. Der Buntspecht hopst bei der Nahrungssuche in Spiralen stammaufwärts und hält sich meist hoch über dem Boden auf. Bei Beunruhigung zieht er sich auf die Rückseite des Stammes zurück und schaut von Zeit zu Zeit nach dem Eindringling. Im Sommer einzelgängerisch, im Winter gelegentlich in Gesellschaft von umherstreifenden Meisentrupps.

Lebensraum
Hochwald mit Laub- und Nadelbäumen sowie Weichhölzern, Parkanlagen, Obstgärten.

Fortpflanzung
Vom Vorfrühling an bis in den Mai "trommeln" die Spechte an einem nach der passenden Resonanz ausgesuchten Ast. Der Trommelwirbel, der 12 bis 18 Schläge enthält, sich im Tempo steigert und im Abstand von 2 bis 3 Minuten wiederholt wird, dient der Reviermarkierung und dem Anlocken des Weibchens. Im April erreicht das Trommeln seinen Höhepunkt. Manche Vorstadtspechte entdecken auch die Vorteile der "Blechmusik" und trommeln mit Erfolg auf Dachrinnen und anderen metallenen Klangkörpern. Beim Trommeln schlägt der Specht senkrecht auf die Unterlage, während er bei der Nahrungssuche mit seitlichen Schlägen Splitter abschlägt, um Insekten und deren Larven freizulegen.


Meist fertigen die Spechte alljährlich in wochenlanger Arbeit für jede Brut eine neue Nisthöhle in einem kernfaulen Stamm, den sie sicherer erkennen als der Forstmann. Die Höhe über dem Boden ist sehr unterschiedlich und beträgt 2 bis 5 Meter. Das runde Schlupfloch hat einen Durchmesser zwischen 45 und 55 mm. Meist 6 weiße Eier; Brutbeginn Ende April, Brutdauer 12 bis 13 Tage, beide Partner lösen sich alle paar Stunden beim Brüten ab. Wenn man den Specht aus der Höhle scheucht, fliegt er stumm ab und beginnt in einer Entfernung von einigen Dutzend Metern anhaltend zu schreien.
Die heranwachsenden Jungen machen im Schutz der Höhle so viel Lärm, dass man sie von früh bis spät auf eine Entfernung bis zu 100 Metern hört. Die Eltern sammeln das Futter höchstens einige hundert Meter von der Nisthöhle entfernt und tragen es unermüdlich im Schnabel herbei. Hauptfutter ist Ameisenbrut. Wenn man kurz vor dem normalen Ausfliegetermin - meist Mitte Juni - an den Brutbaum klopft, so schnurren die Jungen wie an einer Schnur aus dem Flugloch, landen niedrig an umliegenden Stämmen und klettern sofort mit großer Eile in die Wipfelzone. Die Spechte schlafen auch später in einer Höhle, sofern nicht Stare, Meisen, Wendehals oder Siebenschläfer darin ihre Kinderstube einrichten.

Nahrung
Der Buntspecht ist ein typischer Kletter- und Meißelspecht. Er sucht Borkenkäfer unter der Rinde und entrindet dafür ganze Stämme, er holt Insektenlarven mit seiner wurmförmigen, an der Spitze hornigen und mit Widerhaken besetzten Zunge aus ihren Bohrgängen, er raubt aber auch Vogeljunge aus Holznistkästen, die er dazu aufmeißelt. Im Winter ernährt er sich überwiegend von Fichten- und Kiefernsamen, indem er den Zapfen vom Zweig bricht und ihn in zu einer Ritze an einem Stamm trägt, die er für diesen Zweck herrichtet oder gar anfertigt ( "Spechtschmiede" ). Hier klemmt er den Zapfen ein, schlägt die Schuppen ab und klaubt die Samen heraus.

Allgemeines
Als strenger Standvogel neigt der Buntspecht zur Bildung von Lokalrassen. Eine lebt beispielsweise auf Gran Canaria, eine andere auf Teneriffa und eine dritte in Marokko. Die Rassen lassen sich im Felde an ihrer jeweils voneinander abweichenden Gefiederfärbung unterscheiden.

©2000-2014 by Otto and Mechtild Reuber
Frameview-1 ( alphabetisch ) / Frameview-2 ( Familien ) / Frameview-3 ( Vorkommen ) / Gebietsinfo: Runde / Home
Register/Sitemap: Buntspecht - Vögel auf Runde