Brandente / Brandgans
Tadorna tadorna
Familie:
Entenvögel
regelmäßiger Brutvogel
Merkmale
In der Gestalt mehr Ente als Gans, beide Geschlechter sind gleich gefärbt. Das Männchen trägt zur Paarungszeit einen knollig aufgetrieben roten Höcker an der Schnabelwurzel, der Laufe des Sommers wieder einschrumpft. Länge um 60 cm, Spannweite um 110 cm. Stimme des Männchens pfeifend, die des Weibchens quakend.

Lebensraum
An Brackwasserseen und Meeresküsten, wo sich entweder Sanddünen oder natürliche Höhlen zur Anlage des Nestes finden. Außerhalb der Brutzeit in großen Scharen in überfluteten Salzsümpfen und flachen Meeresteilen. Im Nordseeraum brüten etwa 50.000 Paare, davon rund die Hälfte auf den Britischen Inseln, einzelne auch im küstennahen Binnenland. Sie sind Strich- oder Zugvögel, die im Wattenmeer der Nordsee und an der Atlantikküste bis in den Mittelmeerraum hinein überwintern, einzelne Durchzügler überfliegen auch Mitteleuropa. Im August und September versammeln sich die meisten Altvögel der Nordseepopulation auf dem Großen Knechtsand, einem Sandbankgebiet zwischen Elbe- und Wesermündung. Hier verlieren die Vögel bei der Mauser alle Schwungfedern und sind dann für etwa 25 Tage flugunfähig.
Auf Runde halten sich die Brandenten gerne an den Sandstränden im Südosten der Insel auf, wo sie im angeschwemmten Tang nach Nahrung suchen.

Fortpflanzung
Die Paare einer Gegend balzen gemeinschaftlich an einem erhöhten Ort mit viel Umherlaufen, beidbeinigen Sprüngen, allerlei Halsbiegen und Schnabelwinken. Die jungen Paare finden sich in ihrem ersten März und bleiben dann noch ein Jahr als Verlobte zusammen, ehe sie zum ersten Mal brüten. Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen. Die Paarung gelingt nur auf dem Wasser, wobei sich das Männchen, wenn es auf den Rücken des Weibchens steigt, an dessen Halsfedern mit dem Schnabel festhält.
Brandgänse sind Höhlenbrüter mit Vorliebe für Kaninchenbauten, die sie nicht selten mit dem Kaninchen bewohnen. Auch von Bruten in bewohnten Fuchsbauten wird berichtet. Daneben kommt es zu Bruten in Scheunen, unter Brettern, zur Not auch unter dichtem Gebüsch. Männchen und Weibchen suchen sich alljährlich auf langen Fußmärschen neue Brutplätze.


Nur das Weibchen brütet und macht dabei etwa alle drei Stunden eine Pause, die um so kürzer ausfällt, je weiter die Brut fortschreit. Der Ganter bringt das Weibchen nach der Brutpause zum Nest und entfernt sich anschließend, vielleicht ein Ablenkungsmanöver für potentielle Nestplünderer. Täglich wird ein Ei gelegt, bis das Gelege mit 8 bis 13 Eiern vollzählig ist. Brutbeginn nach Ablage des letzten Eies, meist Mitte bis Ende Mai. Brutdauer um 30 Tage. Die Gössel sind schon Stunden nach dem Schlüpfen überaus beweglich, können springen und klettern. Sie bleiben in der Höhle, bis alle Geschwister trocken sind. Meist frühmorgens verlassen sie dann für immer die Bruthöhle und werden von beiden Eltern aufs Wasser geführt. Sie sind gleich sehr selbständig und können zur Not schon im Alter von einer Woche ohne elterlichen Beistand überleben und heranwachsen.
Anfangs führt das Elternpaar die Jungen; sind sie etwa zwei Wochen alt, so schließen sich die Jungen benachbarten Paare zu "Kindergärten" zusammen, die oft von solchen Paaren betreut werden, die ihre eigenen Kinder verloren haben. Wenig später verlassen die Eltern die nun schon selbständigen Kinder und ziehen zu ihren überkommenen Mauserplätzen. Die Jungen dagegen bleiben bis in den Herbst in der Nähe ihres Geburtsortes und ziehen von dort unmittelbar in die Überwinterungsgebiete. Im ersten Jahr tragen sie ein unscheinbares Jugendkleid mit bräunlichgrauer Oberseite und weißer Unterseite. Zur Mauserzeit wirken sie gescheckt.

Nahrung
Überwiegend tierische Kost, vor allem kleine Schnecken, Muscheln und Würmer aus dem Flachwasser, wie sie im Wattenmeer in großer Menge zur Verfügung stehen. Die Jungen fangen auch Heuschrecken. Als Zukost werden Algen und die Pflanzensprosse der Salzsümpfe verzehrt. Die Brandgans ist in Deutschland jagdbares Wild, aber sie ist ganzjährig von der Jagd zu verschonen, zumal ihr Fleisch stark tranig schmeckt.

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