Lom kommune: Sehenswertes - Kirchen
 

  • Lom stavkyrkje    **      in Lom

    Anfahrt: Rv 15 / Rv 55 ( Abstecher 0,2 km )

    Baujahr

    1170

    Form

    Kreuzkirche

    Baustoff

    Holz

    Prosti

    Nord-Gudbrandsdal

    Architekt

    Werner Olsen ( Umbau + Restauration 1663 )

    Sitzplätze

    350

    Sonstige Infos

    Die Lom stavkirke

    Die größte Sehenswürdigkeit des Gebirgsortes Lom ist die alte Stabkirche. Markant im sehr harmonischen äußeren Erscheinungsbild der Kirche ist der hohe, spitze Turm. Die Kirche ist Maria, Johannes dem Täufer und dem Heiligen Olaf geweiht. 1270 wurde sie erstmals in schriftlichen Quellen erwähnt. Datiert wird die Bauzeit gemeinhin von 1170 bis 1200. Durch archäologische Untersuchungen fand man heraus, dass hier früher eine Holzkirche mit in den Boden eingelassenen Pfosten stand.

    Die Stabkirche ist eine Langkirche, in der Schiff und Chor einen erhöhten Mittelraum aufweisen. Man vermutet, dass der Chor im Mittelalter eingebaut wurde. Er verfügt über eine Apsis, die ebenfalls aus dem Mittelalter stammt, jedoch etwas jüngeren Datums ist. Ursprünglich war die Kirche von einem Svalgang umgeben.

    Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche Umbauarbeiten unterzogen, die ihr heutiges Gesicht prägen. Auch der spitze Turm entstand zu dieser Zeit. Im Jahre 1608 erhielt der Chor ein flaches Gewölbe. Das Schiff wurde 1634 nach Westen durch einen Anbau in Blockbauweise verlängert. 1663 kam ein Querschiff aus stabwerkähnlichem Fachwerk hinzu. Zur selben Zeit wurden der Dachreiter mitten über dem Chor und die Sakristei auf der Nordseite hinzugefügt.

    Restauriert wurde das Gotteshaus im Jahre 1933 und 1973 erfolgten kleinere Ausbesserungsarbeiten. Von der mittelalterlichen Kirche ist der Großteil der Konstruktion von Schiff und Chor erhalten, zahlreiche Bretter des Umgangs sowie Liegestäbe. Hinzu kommen noch der erhöhte Mittelraum in Schiff und Chor mit Stützsystem sowie der Hauptteil der Dachkonstruktion. Die Querbalken und die unteren Bögen wurden im späteren Mittelalter hinzugefügt.

    Diese Stabkirche ist eine der wenigen in Norwegen, bei der Teile des mittelalterlichen Dachfirstes mit einem originalen Drachenkopf erhalten sind. 1965 wurde er in ein Museum nach Lillehammer überführt und durch eine Kopie ersetzt. Die übrigen Drachenköpfe stammen vermutlich aus dem 17. Jahrhundert.

    Man nimmt an, dass das Schiff im Mittelalter Portale nach Norden, Süden und Westen hatte. Der Chor verfügt über ein eigenes Südportal. Das einstige Nordportal des Schiffes wurde wahrscheinlich in den nördlichen Querarm versetzt, ein schönes Beispiel der damaligen Schnitzkunst. Die flankierenden Halbsäulen des Portals wachsen aus zwei gehörnten Drachenhäuptern hervor. Die Säulen, Kapitelle und Archivolte sind mit Rankenwerk verziert. Gekrönt werden die Kapitelle von zwei stilisierten Löwen. Das Tor ist schmal, dass immer nur eine Person eintreten konnte, vermutlich zum Schutz vor Überfällen. Im südlichen Querarm und an der Südseite des Chores sieht man Reste von ähnlichen Portalen.

    Der Fußboden der Kirche war aus Holz. Die Fenster, durch die heute viel Licht in die Kirche fällt, wurden im 20. Jahrhundert eingelassen. Früher gab es nur ein paar runde Gucklöcher in den Wänden des Mittelraums. Man fand bei Ausgrabungen Fensterglas aus dem Mittelalter.

    Die dekorierten Dachstühle der Dachkonstruktion konnte man ursprünglich vom Kircheninneren her sehen. Das nachreformatorische Inventar, Umbauarbeiten und Reste von Malereien aus dem 17. Jahrhundert prägen das barocke Kircheninnere. Im zentralen Medaillon der Deckenmalerei des Gewölbes ist die Taufe Jesu dargestellt, an den Seiten die Symbole der vier Evangelisten Markus, Matthäus, Lukas und Johannes. An den Innenwänden des mittelalterlichen Stabkirchenteils sieht man gemalte und eingeritzte Runen und Figuren, die aus der Frühzeit der Kirche stammen. Am Ost- und Westgiebel finden sich unter anderem gemalte Löwen.

    Die Kanzel stammt aus dem späten 18. Jahrhundert und wurde von Jacob Sęterdalen, einem lokalen Künstler, gearbeitet. Der "Lauthimmel", der über der Kanzel hängt und die Stimme des Pastors zur Gemeinde lenken sollte, ist auch mit geschnitzten Akanthusranken verziert.

    Aus Lom stammt auch eine seltene Sammlung von Neumen - mittelalterliche Notenzeichen - und Schriftfragmenten, die bei archäologischen Ausgrabungen gefunden wurden. Die ältesten Teile werden auf das 13. Jahrhundert datiert.

    Auf dem zur Stabkirche gehörenden Friedhof befinden sich einige schöne alte Grabsteine.

    Die Einfahrt zur Kirche erfolgt vom Rv 15, kurz hinter der Abzweigung des Rv 55.

    Weitere Photos zur Stabkirche in unserer Photogalerie.

    Bitte kleines Bild anklicken! Zurück zur Info über den Namen der Kirche in der Bilduntertitelung.

 

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