Kommune Sør-Varanger: Städte / Orte
 

  • Bugøynes   PLZ: 9935

    Anfahrt: E 6 ( Abstecher 20 km )

    Weitere Infos unter Kommune Sør-Varanger: Sehenswertes - Orte

  • Kirkenes   PLZ: 9915

    Anfahrt: E 6 / E 105 ( Abstecher 7 km ) / Rv 885 ( Abstecher 7 km ) / Rv 886 ( Abstecher 17 km )

    Kirkenes, der Sitz der Gemeindeverwaltung von Sør-Varanger, liegt auf einer Halbinsel zwischem dem Lang- und dem Bøkfjorden. Am 01.01.1998 erhielt der Ort den Status einer Stadt. Die Stadt liegt auf 70° nördlicher Breite - so hoch wie Point Barrow in Alaska - und auf 30° östlicher Länge - so weit östlich wie Istanbul und Kairo. Von der Hauptstadt Oslo liegt Kirkenes 2.541 Straßenkilomer entfernt. Am Hurtigrutenkai endet die E 6, die einzige Süd-Nord-Verbindung des Landes.

    Geschichte

    Der älteste Name für Kirkenes war wahrscheinlich der samische Name Akkolaggnjarga, der soviel wie "Eishailandzunge" bedeutet. Damals waren die Gewässer vor der Landzunge ein reiches Fanggebiet für Eishaie. Es kann aber auch der Name für die gesamte Halbinsel außerhalb von Sandnes gemeint gewesen sein.

    Das kleine Flüsschen, der vom Førstevatn hinunterrinnt und heute überbaut ist, wurde schon im 18. Jahrhundert als Piselv erwähnt und die Örtlichkeiten als Piselvnæs.

    Als man 1862 die erste Kirche errichtete, fand der schnellste Namenswechsel in der Geschichte der Kommune statt. Dieser Wechsel hing aber immer noch viel mit der alten Namensgebung zusammen. Namen wie Kirkenæs - also Halbinsel bei der Kirche - oder Kirkenæset kamen schnell in Gebrauch. Und schon ein Jahr nach dem Bau der Kirche stand dieser Name in einem offiziellen Dokument. Nordost-Blick auf die Prestebukta

    Natürlich waren es auch die Samen, die zuerst den dunklen Fels bemerkten, aber dafür keine Verwendung hatten. Doch groß war ihre Überraschung, als Fremde von weit her sich für das Gestein interessierten. Dies war im Jahre 1902, als Kirkenes nur aus einer Ansammlung von ein paar Hütten und Häusern sowie der Kirche auf der Halbinsel bestand. Dieser schwarze Fels veränderte die Beschaulichkeit des Ortes. Im Jahre 1906 kamen die Fremden noch einmal, um den Bewohnern zu sagen, dass dieses Material im gemahlenen Zustand für Straßen- und Brückenbau verwendet werden kann. Mit der Errichtung des Grubenbetriebes Sydvaranger AS begann der Aufschwung Kirkenes als Bergbauort. Innerhalb kürzester Zeit siedelten sich hier einige tausend Leute an. Durch die Zerstörungen des 1. Weltkrieges wuchs der Markt für das Eisenerz aus den Minen in Bjørnevatn. Kirkenes wurde zu einer reichen Gemeinde. Die Geschäftshäuser in Kirkenes wurden mit zwiebelförmigen Kuppeln gebaut, inspiriert durch die Architektur des russischen Nachbarn. Die Menschen waren wohlhabend und auf den Straßen hörten man ein multikulturelles Sprachengemisch.

    Doch war Kirkenes war auch ein Ort mit Konflikten. Die Streitigkeiten im Bergbaubetrieb Sydvaranger AS erreichten nationale Berühmtheit.

    Dann kam der 2. Weltkrieg und Kirkenes wurde Opfer seiner nahen Lage zur Sowjetunion. Murmansk war der einzige eisfreie Hafen im europäischen Teil des kommunistischen Landes und noch nicht unter deutscher Kontrolle. Deshalb schickten die Alliierten eine Unmenge an Nachschubmaterial für die Rote Armee in diese Stadt. Dies sollte den Fall Moskaus verhindern, was ein völlig offenes Ende des Krieges bedeutet hätte. Deshalb war Kirkenes für die Deutschen so wichtig. Sie postierten 30.000 Soldaten am Ort, die das Gebiet für die Schlacht an der Liza-Front vorbereiten sollten. Die Russen planten Kirkenes Tag und Nacht zu bombadieren. Mehr als 1000 Luftalarme und 326 Bombadierungen ließen den Ort nicht mehr zur Ruhe kommen. Die Bewohner suchten Zuflucht in der Andersgrotte, einem ausgesprengten Stollen des Bergbaubetriebes. Zwischen Deutschen und Sowjets begann ein grausamer Krieg bis zur Erschöpfung, bei dem in den Wintermonaten, als die Temperaturen bis auf 30 bis 40° unter Null fielen, nicht nur Tausende von Soldaten auf beiden Seiten im Kampf fielen sondern auch massenweise erfroren. Doch die Russen konnten die Nazis zum Rückzug zwingen. Berlin gab den Befehl zur Strategie der "Verbrannten Erde". Der Gegner sollte nichts mehr vorfinden, das ihm nutzen könnte. So entgingen in Kirkenes vo n 440 Häusern nur etwa 20 der Zerstörung. Als die Sowjets im Oktober 1944 Kirkenes befreiten, fanden sie nur völlig zerstörte Orte vor. Den Befreiern setzten die Bewohner von Kirkenes oberhalb der Stadt ein monumentales, aber schmuckloses Denkmal.

    Die meisten der Einwohner mussten den kommenden Winter 44-45 in den Ruinen ihrer Häuser verbringen. Man sollte verstehen, wenn man vielleicht bei einigen alten Leuten, die sich an diese Zeit erinnern können, auf Ressentiments gegenüber Deutschen stößt - uns ist dies aber noch nie passiert. Der Marktplatz von Kirkenes

    Nach dem 2. Weltkrieg wurde Kirkenes - besonders durch die Hilfe des Marshall Plans der USA - funktionell und schmucklos wieder aufgebaut. Der Krieg hatte viele Teile Europas in Mitleidenschaft gezogen und wiederum bestand großer Bedarf am Eisenerz aus den Gruben von Bjørnevatn. Für Kirkenes waren die 50er, 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts ein goldenes Zeitalter. In Kirkenes gab es vor allen anderen Orten in der Finnmark asphaltierte Straßen, ein großes Hallenbad, ein Krankenhaus und einen Flugplatz.

    Doch dann kam die Rezession der 80er Jahre. Der Preis für das Erz aus Sør-Varanger war zu hoch. Schnell sank die Belegschaft der Sydvaranger AS von 1.200 Beschäftigten auf 300 Mann. 1996 wurde der Bergbaubetrieb stillgelegt. Für die Natur an machen Stellen war dies sicher ein Segen, denn lange Zeit war der Betrieb für viele Umweltschäden in der Region verantwortlich. Das Unternehmen prägt an vielen Stellen immer noch das Landschaftsbild. Bei der Fahrt in den Ortkern von Kirkenes sieht man oberhalb der Straße Verksbakken die großen Werkshallen und den Schlot des riesigen Unternehmens. Wer in das Pasvikdalen fährt, kommt südlich von Bjørnevatn an gewaltigen Abraumhalden vorbei, die in dieser Landschaft wie ein Gebirgszug wirken.

    Kirkenes heute

    Doch nach dem Sturz des Kommunismus im Osten und der allmählichen Öffnung der Grenzen, könnte Kirkenes zu einem Treffpunkt zwischen Ost und West werden. Einige Reiseunternehmer haben sich schon auf die Fahrten und Flüge in das östliche Nachbarland spezialiert und helfen auch bei der Visa-Beschaffung. Täglich fährt inzwischen auch ein Linienbuss die Strecke Kirkenes - Murmansk. In der Fußgängerzone verkaufen russische Kleinhändler ihre Waren, darunter auch Wodka, der hier im Land der Alkoholbeschränkung plötzlich sehr billig zu haben ist.

    Heute sind verschiedene Dienstleistungen, Schiffsreperaturen und auch der steigende Tourismus weitere wirtschaftliche Standbeine am Ort. Viele Veranstalter bieten von Kirkenes aus alle möglichen Aktivitäten an - vom Meeresangeln im Sommer bis zum Huskytrip im Winter.
    siehe dazu unter Sør-Varanger: Links.

    Den Hurtigrutenkai erreicht man über die E 6, die bis zur Halbinsel Prestøya führt. Hier legt täglich und fast immer pünktlich um 10:30 Uhr ein Schiff der nordgehenden Hurtigrute an. Für viele Passagiere ist es der Endpunkt ihrer Reise. Urlauber, die auch die Rückreise gebucht haben, nützen die paar Stunden für eine geführte Besichtigung der Stadt. Nach 3 Stunden Aufenthalt beginnt für dasselbe Schiff die südgehende Tour.
    Den besten Stadtblick bietet das Prestefjellet südlich der Stadt. Am Westhang, nahe des Førstevatn, liegt das sehenswerte Grenselandmuseet.

    In der Stadt Kirkenes wohnen 3.208 Einwohner ( mit umliegenden Dörfern etwa 7.000 ), während die gesamte Kommune 9.646 Bewohner zählt.

    Sehenswertes

    • Andersgrotta
    • Grenselandmuseet
    • Kirkenes kirke
    • Kriksmødremonumentet
    • Russemonumentet
    • Savio museet
 

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